Kann man sich heutzutage noch Kinder leisten?

Für mich persönlich ist das keine Frage des Könnens, sondern des Wollens!

Ich bin Mama von 4 Kindern, dies bin ich gerne und mit jeder Konsequenz. Welche Konsequenzen es mit sich zieht, wenn man sich für das Projekt „Großfamilie“ entscheidet, weiß man im Vorfeld nicht.

Die ersten negativen Erlebnisse, hat man schon bei Bekanntgabe, der dritten Schwangerschaft (bei 4 ein Desaster). Natürlich kommen erst die klassischen abgedroschenen Sprüche wie z.B.

  • habt ihr keine anderen Hobbies?
  • hoffentlich wird es diesmal ein Junge…
  • jetzt reichts aber langsam, oder?
  • muss das denn sein?

Für mich waren solche Reaktionen ganz schrecklich, denn die Freude über jede einzelne Schwangerschaft war immer riesengroß. Man traut sich kaum noch von der Schwangerschaft zu erzählen, obwohl man es am liebsten laut herausschreien will. Natürlich gab es auch immer nette Menschen in meinem Umfeld, die eher Angst um mich und meine Gesundheit hatten. Da ich alle meine Kinder per Kaiserschnitt entbunden habe, konnte ich diese Bedenken verstehen und auch teilen.

Sei´s drum…zurück zu den Konsequenzen.

Kinder zu haben bedeutet natürlich auch zu verzichten. Man verzichtet auf freie Zeit, Ausschlafen, Spontanität und vieles mehr.

Überwiegend sind jedoch die finanziellen Einschränkungen. Die machen sich doch deutlich bemerkbar, wenn man nicht gerade zu den Verdienern der Oberklasse gehört. Die Anschaffungen fürs Baby schlagen da noch nicht wirklich zu Buche. Bei 4 hat man den Vorteil, dass man vieles weiter verwenden kann. Da wir mit 4 Mädchen gesegnet sind, hatten wir es da oft einfach ( wenn nicht gerade der Trend von Schlaghosen auf Röhrenjeans umgeschlagen hat 😉 ).

Trotzdem muss man rechnen.

Angefangen bei den Windeln, bis hin zum Autokindersitz. Ich habe bei vielem versucht zu sparen, wenn es jedoch um die Sicherheit der Kinder ging, habe ich gekauft was nötig war. Der Altersabstand zwischen den letzten Beiden war zu groß, als das ich diverse Dinge noch hatte. Der Kindersitz z.B. darf nach der langen Zeit nicht mehr verwendet werden, da es zur Materialermüdung kommt. Somit wurde für die Kleinste neu gekauft. 250€ für die Babyschale, die man ca.9 Monate benutzen kann, 300€ für den Folgesitz……nicht vergessen, das Ganze mal 4(die Anderen waren zu knapp aufeinander,somit brauchte jede ihren eigenen Sitz). Bei Windeln wird es fast noch spannender….entscheidet man sich für den Marktführer, liegt man bei ca. 30 Cent pro Windel. Ein Baby wird alle 3 Stunden gewickelt, ein Kleinkind bei Bedarf. Ich hatte zum Glück nur 2 Wickelkinder gleichzeitig, die beiden *Randkinder* waren alleine zu wickeln. Man könnte das Ganze jetzt natürlich gegenrechnen mit Stoffwindeln, dabei darf man aber die Wasser und Waschmittelkosten nicht vergessen. Mehrwertsteuer auf Windeln müsste meiner Meinung nach nicht sein, aber ich hab das ja leider nicht zu entscheiden.

Für einen selber bedeutet es durchaus sich einzuschränken, was mir aber nie schwer gefallen ist. Mein Lebensmittelpunkt hat sich verändert….die Prioritäten verlagern sich. Bei einem Kind fällt das noch nicht so sehr ins Gewicht, bei 4 schon.

Richtig Geld kosten Kinder erst, wenn sie in die Schule kommen. Unser Nesthäkchen kommt im Herbst in die Schule, dreimal haben wir diesen Kraftakt schon geleistet, das vierte und letzte mal steht an. Den Schulranzen gabs zu Ostern für schlappe 250€ ( ich hab im Laden fast Schnappatmung bekommen, die Ranzen meiner anderen 3 lagen bei knapp 150€ ). Die Liste für das Innenleben haben wir von der Schule schon erhalten, knapp 60€ waren da noch zusätzlich fällig. Weitere 5€ für die Materialkasse werden am Elternabend fällig.

Schulmaterial für die anderen Kinder müssen auch noch gekauft werden…Anfang des Schuljahres sind das pro Kind ca. 50€, während  des Schuljahres kommen dann noch Beträge für zusätzliches Material, Lektüren, Ausflüge, Schullandheime etc.

Bei all diesen Dingen haben wir noch keine Beiträge für Sport und Musikvereine, Sportkleidung und Instrumente und für mich ein unglaublich anstrengender Punkt…..Kleidung an sich.

Ich habe immer versucht meinen Kindern zu vermitteln, dass man sich nicht über Markenartikel definieren muss. Solange sie noch in der Grundschule(hier auf dem Dorf) sind, funktioniert das auch ganz gut. Den meisten ist es egal, ob die Hose beim Discounter, in der Trendboutique ,oder Secondhand gekauft wurde. Wenn die Kinder auf die weiterführende Schule kommen, wird es schon schwieriger. Leider muss ich feststellen, dass es nicht ganz so einfach ist, sich dahingehend zu positionieren. Wenn es nicht die Schulfreunde sind, die einen beeinflussen, dann ist es die Werbung und das Internet. Trotzallem sind meine Kinder bescheiden und verlangen nicht nach dem neuesten Trendschuh (der ja gut und gerne mal bei 150€ liegt…), aber ich sehe oft an ihren Blicken, dass sie ihn gerne hätten. Das tut mir in dem Moment leid und ich rechne nach, ob wenn ich irgendwo anders spare, es doch vielleicht möglich ist. Nicht weil ich dem Trend nachgeben will, sondern weil mich die Blicke meiner Kinder traurig machen. Luxusprobleme, ich weiß…..!

Familienausflüge sind auch eine Herrausforderung. Wir wandern gerne und erkunden unsere Umgebung, dass ist zum Glück finanziell keine Belastung.

Freizeitparks jedoch bringen uns an unsere Grenzen. Wenn wir in den beliebtesten Freizeitparks Deutschland gehen wollen, kostet uns alleine der Eintritt 250€ . Hinzu kommen Parkgebühren, Benzingeld und Geld,dass man vor Ort braucht. Wir lassen uns den Eintritt mittlerweile vom Opa zu Weihnachten schenken. Bevor er sich für jedes Kind ein Geschenk überlegen muss, ist das ein Geschenk, worüber wir uns wirklich freuen…denn wir würden uns das selbst nicht leisten.

Vor drei Wochen waren wir im Zoo. Mit dem Landesfamilienpass dürfen wir einmal im Jahr …, zum verbilligten Abendtarif dort hin. An diesem Tag wurde es unerwartet heiß und unsere Getränkevorräte gingen ziemlich schnell zu Ende. Kein Problem, man kann ja vor Ort was kaufen…, dachte ich. 300ml für 3€, der absolute Wahnsinn. Bei einer Großfamilie sind da schnell 20€ weg und durstig ist man immer noch…als Mama schränkt man sich ein, schaut dass die Kinder genug abbekommen und trotzdem hab ich mich wahnsinnig geärgert, dass man Wasser so teuer kaufen muss.

Interessant finde ich auch Familienkarten. Es gibt tatsächlich richtige Familenkarten…das bedeutet, 2 Erwachsen und alle Kinder, die zur Familie gehören. Diese Karten gibt es leider sehr selten….meist enden die Karten bei 3 Kindern, jedes weiter Kind kostet extra. Muss ich das verstehen???? Warum bin ich nur mit 3 Kindern eine Familie? Was bin ich denn mit 4 oder mehr?

Einmal im Jahr gehen wir in den Urlaub. Die einzigen 2 Wochen, die wir stressfrei und mit ganz viel Zeit für jeden Einzelnen haben. Ich liebe es miteinander zu frühstücken, den Tag frei nach Lust und Laune zu gestalten. Völlig losgelöst von Zeit und Raum. Wir gehen jedes Jahr auf einen Campingplatz. Preise werden verglichen, nachgerechnet und gemeinsam entschieden. Um uns den Urlaub leisten zu können, müssen wir sparen und jonglieren, aber das ist es uns Wert. Dieses Jahr geht es nach Südfrankreich und ich freue mich jetzt schon, wie ein kleines Kind. Natürlich wäre eine Flugreise auch mal wieder schön, aber das wäre schlicht und ergreifend finanziell nicht möglich. Ausserdem liebe ich das unkoventionelle Leben auf dem Campingplatz. Frühstück im Schlafi, anschließend werden die Kinder in ihre Badeklamotten gesteckt und eingecremt und los gehts. Die Kinder können springen, lachen, toben und niemand stört sich dran (im Hotelzimmer wäre das sicher anders, auch hier muss man daran denken, dass es nicht ein oder zwei Kinder sind, sondern eben 4).

Auch wenn sich das alles jetzt ganz negativ anhört und man den Eindruck gewinnt, Kinder zu haben bedeutet immer nur Verzichten, ist es tatsächlich das Schönste auf der Welt für mich.

Ich verzichte aus Liebe! Und es ist mir bewusst, dass es ein Verzicht auf Zeit ist. Irgendwann werden die Kinder groß(mir persönlich geht das ja viel zu schnell) und ziehen aus…., dann kommt der Punkt an dem ich all die materiellen Dinge wieder haben kann, auf die ich verzichtet habe. Wobei ich nicht glaube, dass sie mir noch wichtig sind, bzw. eine Rolle spielen.

Kinder zu haben ist das schönste Geschenk, das man haben kann. Kein materieller Besitz kann dies aufwiegen. Vom ersten Moment der Schwangerschaft an, ist es ein unglaubliches Erlebnis. Dieses kleine Wunder, das in einem wächst, dass man zur Welt bringt und ins Leben begleiten darf.

Es wird einem nicht leicht gemacht mit Kindern, der Weg könnte weniger holprig sein…definitiv!!! Trotzdem bin ich der Meinung, dass man sich heutzutage Kinder leisten kann……wenn man will!!!

 

Lea,Nele,Sina & Mara

Ihr seit das Beste,was mir jeh passiert ist.

Ich liebe euch über alles auf dieser Welt! Es ist schön, dass ich euch ins Leben begleiten darf! Danke dafür!

 

 

 

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4 Antworten auf „Kann man sich heutzutage noch Kinder leisten?“

    1. Danke Denise,
      ein Thema, das uns ja stets betrifft. Ich hätte die Liste der Dinge unendlich verlängern können, aber da würde ich vermutlich Tage daran sitzen. Danke für dein Feedback

  1. Du triffst immer wieder genau auf den Punk , wunderbar geschrieben und absolut wahr 😘
    Ich freue mich über jeden neuen Blogpost von dir, weiter so !

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