Kindergarten – Adieu !!!

 

Vor ziemlich genau 42 Jahren hab ich den Kindergarten in unserer Gemeinde betreten.  Meine eigene Kindergartenzeit ist in meiner Erinnerung nur noch durch alte Bilder präsent.

Vor 17 Jahren habe ich dann meine erste Tochter Lea in den Kindergarten gebracht. Für mich damals ein sehr emotionaler Moment…fiel es mir doch schwerer als gedacht, mein kleines Mädchen loszulassen. Sie tat sich da deutlich leichter, verabschiedete sich kurz und schmerzlos, drehte sich um und ging in ihre Gruppe.

Nele fiel es deutlich schwerer ohne Mama in das neue Umfeld zu gehen….sie war schon immer ein sehr vorsichtiges, zurückhaltendes Kind und konnte Veränderungen nur schwer zulassen. Mit viel Geduld und immer wiederkehrenden Ritualen fühlte sie sich aber dann doch auch sehr wohl.

Sina (die kurz vor Neles zweitem Geburtstag geboren wurde)hingegen, wäre am liebsten mit ihrer älteren Schwester in diesem wundervollen Spieleland geblieben……war es doch so unglaublich langweilig zuhause bei Mami, während ihre Schwestern nicht da waren. Als endlich der lang ersehnte erste Kindergartentag kam, war die Freude groß.

Im Oktober 2013 kam dann unser Nesthäkchen Mara in den Kindergarten, der mittlerweile zu einem großen Kinderhaus umgebaut wurde. Wir haben damals mit 2 Vormittagen in der Woche begonnen, damit es ihr leichter fiel sich einzuleben. Eigentlich wollte ich sie nicht so früh fremdbetreuen lassen, die ersten drei Jahre sind für mich das Grundgerüst des Lebens und gehören in die Hand der Familie. Bei Mara hab ich die Entscheidung aus verschiedenen Gründen getroffen. Ihre Schwestern sind deutlich älter als sie und somit keine kompetenten Spielpartner. Um ein (für mich) normales Sozialverhalten zu entwickeln, fehlten einfach Spielkameraden im gleichen Alter. Außerdem musste ich relativ zeitnah wieder mit Arbeiten beginnen und wollte nicht erst dann mit der Eingewöhnung beginnen, die ich doch sehr sanft gestalten wollte.

Es war nicht immer einfach, und ich weiß nicht, ob ich ein so kleines Kind nochmal so früh fremdbetreuen lassen würde. Sie wurde von den Erzieherinnen sehr liebevoll betreut, das war nicht das Problem. Auch entwicklungstechnisch hat es ihr durchaus gutgetan, sich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen. Dennoch müssen sie, solange sie sich nicht selbst nicht artikulieren können, doch jede Menge Frust aushalten. Wir hatten auch eine Phase, in der ich sie für einen gewissen Zeitraum wieder aus dem Kindergarten genommen habe, da ich das Gefühl hatte, dass es ihr nicht gut ging. Mir ist es sehr wichtig, auf die Bedürfnisse meiner Kinder einzugehen, und zu diesem Zeitpunkt war das der einzig richtige Weg.Nach einer längeren Auszeit ist sie dann wieder hingegangen und hat sich auch sehr wohlgefühlt.

Überhaupt hat Mara ihre Kindergartenzeit sehr ausgeglichen überstanden und erlebt. Sie ist fast immer gerne gegangen…und wenn ich es für nötig gehalten habe, haben wir auch mal einen Tag Kindipause gemacht.

Nun ist sie vorbei die Kindergartenzeit. Auch wenn alles seine Zeit hat, bin ich doch ein bißchen traurig. Das letzte mal das „Haus der kleinen Füße“ zu betreten, fühlt sich komisch an. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben….irgendwie ist ein bunt gemischter Gefühlssalat.

Der Weg zum Kindergarten…ein letztes mal.

Die Schultüte ist gebastelt, der Schulranzen gekauft.

Mara ist traurig, auch wenn sie sich auf die Schule freut und durchaus bereit dazu ist. Die Gummistiefel, die Buddelhose, die Kindergartentasse…alles wurde eingepackt. Das kleine Foto am Garderobenplätzle wurde abgemacht…der Portfolioordner mit nach Hause gegeben.

Unser „Kinderhaus der kleinen Füße“

Für mich ein weiterer großer Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Wieder einmal wird mir deutlich bewusst gemacht, dass meine Kinder groß werden.

Lea´s USA Aufenthalt ist schon über die Hälfte geschafft. Die Sehnsucht wird täglich größer aber die Freude, sie an Weihnachten wieder hier zu haben überwiegt. Nele kommt in die Oberstufe, und wenn ich sie von der Seite heimlich betrachte, sehe ich kein Mädchen mehr, sondern eine junge,hübsche Frau.Sina wird in 3 Wochen 14 und ist auch nicht mehr das kleine verspielte Mädchen.Es fällt mir mittlerweile leichter mit diesen Schritten umzugehen, hab ich doch für mich einen Weg gefunden mich wieder wichtiger zu nehmen.

Trotzdem überkommt mich ein bißchen Wehmut. Die Kindergartenzeit ist noch so frei…frei von Zeitdruck und Stress. Frei von Problemen und großen Hindernissen. Voller spielen und Freiheit.

 

Die Zeit in der Natur, war immer ein wichtiger Bestandteil im Kindergarten

 

17 Jahre Kindergartenmami zu sein ist eine lange, aber auch sehr spannende Zeit. War ich noch bei Lea eine der jungen Mütter, bin ich doch bei Mara eine der „Spätgebärenden“. Interessant zu beobachten, wie sich die Mütter und Kinder im Laufe der Jahre verändert haben. Man merkt schon sehr deutlich, dass die jetzige Müttergeneration durch viele Dinge stark verunsichert sind…..der natürliche Mütterinstinkt wird durch unsere Socialmedia-Welt sehr beeinflusst und dominiert. Trotzdem denke ich, dass jede Mutter einen guten Job macht, über manches muss ich schmunzeln und denke mir meinen Teil…..aber nach 4 Kindern darf ich mir das manchmal auch erlauben…..glaub ich..!!!!!

Ich freu mich auf eine neue spannende Zeit und genieße die Zeit mit meiner Familie in den Sommerferien.

 

 

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2 Antworten auf „Kindergarten – Adieu !!!“

  1. Wahnsinn,jetzt sind sie alle durch! Und Sina wird 14 Jahre,sehe sie noch als Superzwerg und an Ihrer Taufe….bei der ich mit Engelszungen auf sie eingeredet habe damit sie badet…..toll sind sie alle vier.

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