Mommy Makeover –die grösste Etappe auf meinem Weg!

Tatsächlich liegt ein schwerer Weg hinter mir. Die Gewichtsreduktion durch Intermittierendes Fasten in Kombination mit dem Laufsport zeigt deutliche Erfolge. Am 7.Oktober 2017 hatte ich meine erste Laufstunde bei Sabine  , dass ich im darauffolgenden Jahr bei 5 offiziellen Läufen als Teilnehmerin an den Start gehe,hätte ich nie für möglich gehalten.

Der Weg war steinig&hart und es hat mich oft viel Überwindung gekostet durchzuhalten. Doch der Erfolg gab mir Recht. Ich wurde fitter und beweglicher. Die Pfunde schmolzen einfach so dahin. Die kleinen Wewechen, die ich zu Beginn hatte (Knieschmerzen,Schienbeinschmerzen) waren fast weg.

Mein Lebensgefühl wurde von Tag zu Tag besser und nebenbei durfte ich noch viele nette Menschen kennenlernen.

Doch das Ganze hatte auch seine Schattenseiten.

Bei einer Gewichtsreduktion von 50kg schreit die Haut am Körper nicht gerade  „Hurra-da geh ich wie ein Bungee-Seil zurück“. Ich entwickelte eine sogenannte Fettschürze( ein, wie ich finde fürchterliches Wort!! )am Bauch. Zu Beginn war das nicht so schlimm und  auch nur ein optisch, ästhetisches Problem. Aber umso mehr Raum ich dem Laufsport in meinem Leben gab, desto schwieriger wurde das Thema. Durch meine 4 Kaiserschnitte war meine untere Bauchhälfte schon sehr in Mitleidenschaft gezogen und ich hatte oft Schmerzen durch die Verwachsungen. Der Hautüberschuss machte die Situation nicht besser. Ich verspürte ständig einen Zug in Richtung der Narben, mal mit mehr,mal mit weniger Schmerzen. Ich legte mir Miederhosen in allen Variationen zu, diese verhinderten dieses „herunterhängen“ der Haut und erleichterten mir den Alltag ungemein. Auch Hautproblemen konnte ich damit deutlich entgegenwirken und es gab mir ein Gefühl von Schutz und Sicherheit. Eine Dauerlösung war das jedoch nicht…das war mir definitiv klar.

Hinzukam, dass ich mich in meinem Körper nicht mehr wohl fühlte. Ich hatte so hart dafür gekämpft all diese Pfunde zu verlieren(ja,ich weiss…ich hab sie mir auch selber angefressen, aber das Thema hatten wir ja schon),aber wenn ich in den Spiegel schaute,war das ein regelrechtes Trauerspiel. Der Blick in den Spiegel wurde regelrecht zur Qual…sollte das jetzt die Belohnung sein? Was sieht denn jetzt besser aus? Und was fühlt sich (mental,nicht physisch) besser an? Wenn ich an mir runterschaute sah ich vom Hals abwärts nur hängende Haut.

Ich fing also an, mich zu informieren welche Möglichkeiten es gibt, auf medizinischer Ebene diese Situation zu verändern. Nachdem ich diverse Möglichkeiten gecheckt habe, hab ich mich vertrauensvoll an einen befreundeten Arzt gewendet, den ich als frisch examinierte Krankenschwester kennen-und schätzen gelernt habe. Nachdem ich ihm von meinem Weg erzählt habe, war er tief beeindruckt. Dr.Fehlert selbst legt Patienten Magenballons zur Gewichtsreduktion und weiß somit, welchen Leidensweg ich hinter mir habe. Um mir auf meinem Weg ein bisschen zu helfen, hat er für mich einen Termin bei einem Plastischen Chirurgen vereinbart, dem er vertraute und der mich in Ruhe begutachten sollte. Somit war der nächste Schritt vorbereitet.

Am 26.März 2018 hatte ich also meinen ersten Termin bei  Dr.Kreutzer .

Seine ruhige,sortierte und souveräne Art hat mich von Anfang an beeindruckt. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld ausgiebig mit seiner Vita beschäftigt( ihr kennt mich ja!!! ), und alles was ich über ihn fand,passte auch zu meinem ersten Eindruck. Ein erfahrener, kompetenter Arzt, der weiss, was er tut. Nachdem er sich meinen Befund angeschaut hat, hat er mit mir über die Möglichkeiten gesprochen und mir ein Gutachten erstellt, dass eine medizinische Notwendigkeit darstellte. Diesem Gutachten(inkl.Bilder) fügte ich dann noch eine persönliche Stellungnahme hinzu, in der ich im Einzelnen erklärte, was ich alles unternommen hatte um mein Gewicht zu reduzieren. Anschließend ging das Ganze an die Krankenkasse mit der Bitte um Übernahme der Kosten für die Bauchdeckenplastik . Knapp 14 Tage später bekam ich die Ablehnung…..eine Einschränkung im Alltag,sowie eine medizinische Notwendigkeit sei nicht zu erkennen. Ich war frustriert, enttäuscht und sauer und vorallem unendlich traurig. Sollte das jetzt das Ergebnis von all der Mühe sein? Eigentlich war ich so traurig, dass ich aufgeben wollte….der Schlag war zu hart und meine Kraft zu kämpfen durch das vergangene Jahr schon sehr eingeschränkt. Doch ich bekam von allen Seiten Zuspruch….meine Familie, meine Freunde, meine Lauftrainerin, all die Mädels aus dem Laufkurs und sogar meine Chefin haben mir geraten Widerspruch einzulegen. Also formulierte ich meinen Widerspruch und bat um einen persönlichen Termin beim MDK(medizinischer Dienst der Krankenkassen) um die Situation vor Ort zu besprechen.

Exakt eine Woche später bekam ich einen Termin beim MDK. Meine Güte, ich war aufgeregt wie ein kleines Kind…was wenn sie wieder ablehnen? Mein Mann war hingegen völlig entspannt und hat mir gesagt, das wir im Zweifel auch in die nächste Instanz gehen. Das war jedoch nicht notwendig. Nachdem die Ärztin mich untersucht hat,hat sie mir direkt die mündliche Zusage erteilt, da für sie eine klare medizinische Indikation vorlag. Ich musste mich beherrschen, sie nicht zu umarmen und jubelnd durch das Büro zu hüpfen. Meine Tränen konnte ich zurückhalten, bis ich das Büro verlassen hatte.

Nun machte ich meinen nächsten Termin bei Dr.Kreutzer…zum Einen um die genauen Details zu besprechen und zum anderen um noch ein anderes Thema zu besprechen. Keine medizinische Notwendigkeit, aber für mich mittlerweile ein ästhetisches Problem….meine Brüste (oder soll ich es lieber leere Haut nennen? ) Es ist mir bewusst, dass der Eine oder Andere jetzt den Kopf schütteln wird, aber eine Frau definiert sich nunmal ein Stück weit über iher Brüste. Eigentlich wäre es nicht im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten gelegen, aber meine seit über 20 Jahren beste Freundin, hat mir angeboten, mir das Geld dafür zu leihen.

Am 31.7.2018 hatte ich also meinen zweiten Termin um  „Mommy Makeover“ zu besprechen. So nennt man diese Kombinationsoperation, weil viele Frauen sich das direkt nach Schwangerschaften machen lassen. Der OP-Termin wurde vereinbart, das Ganze nahm seinen Lauf……..!

26.9.2018 mein OP-Tag

Natürlich war ich aufgeregt, bis zum Hals…aber das hab ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Bin ich doch schon immer jemand gewesen, der nach außen einen sehr starken Eindruck macht und ausserdem wollte ich diese OP ja unbedingt, da konnte ich ja kaum die ängstliche Maus raushängen.

Nachdem mich Dr.Kreutzer mit seinem grünen Edding in ein lebendiges Burda-Schnittmuster verwandelt hat, musste ich erstmal warten…und warten…und warten! Schier endlose Stunden und langsam war ich echt nervös. Kurz nach 12:00h wurde ich dann endlich abgeholt….ab in den OP und das übliche Procedere, Elektroden, Blutdruckmanschette und der venöse Zugang. Aufgewacht bin ich kurz nach 18:00 h und es ging mir erstaunlich gut. Nach einer Stunde im Aufwachraum wurde ich in mein Zimmer gebracht. Meine Bettnachbarin begrüsste mich freundlich, als ich hereingeschoben wurde und stellte sich als Nina vor. Als ich erfuhr, warum sie hier war, ist mir fast das Blut in den Adern gefroren. Nina hatte Brustkrebs und lag hier nach Brustrekonstruktion. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Gedanken mir in dem Moment durch den Kopf gingen! Obwohl, ich denke beim Lesen dieser Zeilen habt ihr genau die gleichen Gedanken. Was für eine Konstellation…auf der einen Seite eine Frau, die um ihr Leben gekämpft hat, ihre Brüste verloren hat. Und auf der anderen Seite eine Frau, die sich für die Schönheit die Brüste machen lässt.

Eigentlich ein Desaster!

Eigentlich aber für mich die beste Erfahrung die ich machen konnte.

Nina….ich muss jetzt über dich schreiben….du hast mich so beeindruckt,daran muss ich alle teilhaben lassen!

Nina ist eine 35-jährige  junge Frau mit einem wundervollen Mann(sie beschreibt ihn selbst als ihren persönlichen McSexy) und einem kleinen 2-jährigen Sohn. Pferdeverliebt, verrückt und voller Lebensfreude. Dem Krebs hat sie keine Chance gegeben sie in die Knie zu zwingen. Hat alle Behandlungen die notwendig waren(Chemo,Bestrahlung,Entfernen und rekunstruieren der linken Brust) über sich ergehen lassen. Nachdem all dies überstanden war, hat sie beschlossen die andere Brust prophylaktisch entfernen und rekunstruieren zu lassen. Während sie mir all das erzählt hat, hatte ich oft einen Knoten im Bauch. Meine eigenen Probleme schienen plötzlich winzig klein und so unwichtig. Nina ist eine wundervolle Frau, die trotz ihres Schicksals fest im Leben steht und sich nicht unterkriegen lässt. Wenn sie von ihren Freundinnen, die sie während der Chemo kennengelernt hat, besucht wird, spricht sie denen noch Mut zu und versucht sie zu motivieren und strahlt Stärke aus. Noch 3 Antikörperbehandlungen muss sie hinter sich bringen, dann ist für sie das Thema Krebs offiziel erledigt und abgehakt. Nina ist für mich eine unglaublich mutige Frau und ich weiss, dass hinter dieser starken Seite ein sehr feinfühliger und emotionaler Mensch steht. Aber ihre Stärke gibt ihr den Schutz alles zu schaffen. Wir haben in der Klinik 5 wunderbare Tage miteinander gehabt. Die Schwestern hatten ihren Spaß mit uns Beiden…auch wenn ich innerhalb kurzer Zeit den Prinzessinen-Stempel hatte……es war mir ein Fest und eine Freude mit dir liebe Nina! Ich bin froh und dankbar, dass ich dich kennenlernen durfte. Ich ziehe meinen Hut vor deinem Mut und deiner Stärke und wünsche dir von Herzen alles Liebe und Gute dieser Welt.

Nun aber zurück zu mir. Die ersten 24h nach der Op ging es mir nicht so gut. Ich wurde immer wieder Kreislaufinstabil und fühlte mich wie durch den Fleischwolf gedreht.

Dr.Kreutzer wurde unser persönlicher McDreamy ….einfach deshalb, weil er an uns Beiden ein absolutes Wunder vollbracht hat, dabei immer uns und unsere Befindlichkeiten in den Vordergrund gestellt hat. Nina durfte 2 Tage vor mir nach Hause, was mich zwar einerseits für sie sehr gefreut hat, aber andererseits natürlich traurig gemacht hat. Nach 6 Tagen durfte ich nach Hause, noch nicht wirklich fit…..aber das wird wohl noch dauern.

Ich bin jetzt 10 Tage nach Op und furchtbar ungeduldig. Aufrecht stehen kann ich noch nicht. Lange sitzen –auch nicht. Lange stehen–nicht möglich! Schlafen?–vermutlich erst im Jahre 2020 wieder(zumindest fühlt es sich so an!!!). Ich vermiss meine Laufgruppe unglaublich und diese Unbeweglichkeit macht mich fast wahnsinnig.

Aber….es hat sich gelohnt!

Im Moment ist alles noch bunt verfärbt, verpflastert und stark angeschwollen. Das Mieder das ich tragen muss würde in einem Inquisitionsmuseum einen Ehrenplatz bekommen. Und trotzdem sieht das Ergebnis jetzt schon unglaublich fantastisch aus.

Meine körperliche Transformation ist fast abgeschlossen und ich bin so unglaublich glücklich, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Ich muss wieder mal DANKE sagen!!!

Danke an alle die mich auf meinem Weg begleitet haben, mein Mann, meine Kinder, meine Freunde, meine neuen Freunde die ich auf diesem Weg kennenlernen durfte.

Danke Dr.Kreutzer ,dass sie sich diese Aufgabe zu ihrer Passion gemacht haben. Sie haben mir einen Traum erfüllt, der nicht in Worte zu fassen ist.

Ich werde wohl noch einige Wochen aus dem Verkehr gezogen sein….es war doch eine große OP und mein Körper wird einige Zeit brauchen, bis er wieder rund läuft und die Zeit soll er auch bekommen…….hab ich ihn doch sehr gefordert im letzten Jahr.

 

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11 Antworten auf „Mommy Makeover –die grösste Etappe auf meinem Weg!“

  1. Liebe Tanja, du hast einen wahnsinniges Jahr hinter dir und bin sehr gespannt was das nächste Jahr noch für schöne Momente und tolle Mrnschen für dich bereit hält 👍🌸🌺. Du darfst sehr stolz auf dich und deine Leistung sein… dich selber wert schätzen.
    Deine Lauftrainer (und darüber hinaus)
    Sabine

  2. Liebe Tanja 😘

    Du hast das letzte Jahr gemeistert, und auch diese Etappe ( kein Sport, und auch im Haushalt zurück halten) wirst Du meistern. Immer wenn ich Deinen Blog lese bin ich total berührt , weiter so…..
    Und natürlich bin ich auch neidisch, weißt ja 😂😂
    Du hast es Dir verdient
    😘😘😘😘😘

  3. Meine Liebe Tanja,

    Ich kann dir gar nicht sagen wie stolz ich auf dich bin, auch wenn der Weg nicht ganz einfach war.
    Du hast es in ganz tollen Worten zum Ausdruck gebracht, was für eine tolle und starke Frau du bist. Mach weiter so. Ich bin froh dich als meine beste Freundin, und das bereits seit ca. 30 Jahren, in meinem Leben zu haben. 💟💟💟
    Ich wünsch dir für deine Genessung nur das Beste!!

  4. Liebe Tanja,da hab ich ja zur richtigen Zeit an Dich gedacht.Es giebt ja keine Zufälle,wusste nicht das Du schon operiert wurdest.Ich freu mich sehr für Dich,Du bist eine tolle Frau.Mach weiter so und Du wirst sehen Dir gehts ganz schnell viel besser.Und falls Du mal Freitag zur nachkontrolle kommst,dann schau doch kurz bei mir vorbei.drück Dich.lg Ellen

  5. Wow, eine tolle geschichte, super geschrieben und ein Zeichen für unendlich viel Willen und Mut. Ich ziehe den Hut, ehrlich!!! ich wünsch Dir das beste! Und Nina natürlich auch 😉

  6. Ja, wirklich bewegend was im letzten Jahr alles passiert ist. Nach viel Schweiß, Ehrgeiz und manchmal auch Frust weil es mal nicht so lief wie gewünscht hast du dich nun mit dieser großen Op selbst belohnt. Und für alle die nun denken „ja gut, bisschen überschüssige Haut entfernt und die Brüste aufgehübscht“ denen will ich sagen, dass sie sich mal überlegen sollen was du dir für ein Risiko aufgebürdet hast. Es war eine große Bauch-Op mit nicht wenigen Risiken!!! Ich bin froh, dass du alles soweit gut überstanden hast und wir schon die ersten Lacher daraus erlebt haben! Jederzeit wieder spiele ich die Notfall-Mama bis du wieder ganz fit bist! Ich drück dich!!!

  7. Liebe Tanja,
    immer wieder bewegend deinen Blog zu lesen. Ich wünsch Dir und Deiner Bettnachbarin Nina, dass es schnell und anhaltend bergauf geht, nach all dem, was ihr durch- und mitgemacht habt.
    Ich freu mich, dich ganz bald wieder zu sehen.

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